Milliardeneinnahmen – aber kaum Mittel für Prävention
Seit der Legalisierung von Cannabis für den Freizeitgebrauch im Oktober 2018 hat Kanada über 5,4 Milliarden kanadische Dollar an Steuereinnahmen erzielt. Doch während der Fiskus floriert, bleibt die versprochene Aufklärung über Konsumrisiken deutlich hinter den Erwartungen zurück.
Die Einnahmen verteilen sich auf den Bund (1,2 Milliarden CAD) und die Provinzen (4,2 Milliarden CAD). Ontario liegt mit 1,5 Milliarden CAD an der Spitze, gefolgt von Alberta, das trotz deutlich geringerer Bevölkerungszahl mehr als 1 Milliarde CAD einnahm.
Rechnet man pro Kopf, ist Alberta Spitzenreiter: Dort fielen seit 2018 etwa 210 Dollar pro Person an Cannabissteuern an. Das Schlusslicht bildet Québec mit nur 55,31 Dollar pro Kopf.
Weitere Werte pro Einwohner:
- Nordwest-Territorien: 135,80 $
- Yukon: 126,35 $
- Saskatchewan: 121,55 $
- Neufundland und Labrador: 113,65 $
Die Daten stammen aus einer offiziellen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage des konservativen Abgeordneten Luc Berthold aus Québec.
Bildungsziele klar verfehlt
Im Haushalt 2018/2019 hatte Ottawa mit 690 Millionen CAD an Steuereinnahmen in den ersten fünf Jahren gerechnet. Tatsächlich wurden bis Ende des Haushaltsjahrs 2022/2023 nur 567 Millionen CAD erzielt.
Besonders deutlich zeigt sich das Defizit bei den Ausgaben für Aufklärung und Prävention: Vorgesehen waren 83 Millionen CAD – tatsächlich flossen lediglich 21,6 Millionen CAD.
Über die Hälfte davon (13 Millionen CAD) wurde bereits im ersten Jahr aufgewendet. Während der COVID-19-Pandemie (2020–2022) sanken die Ausgaben drastisch auf unter 500.000 CAD pro Jahr. Erst im laufenden Haushaltsjahr 2024/25 erholten sie sich etwas und erreichten 2,3 Millionen CAD.
Zusätzlich stellte die Bundesregierung 29,6 Millionen CAD für 26 weitere Programme zur Cannabisprävention bereit.
Keine Zahlen aus Manitoba
Manitoba nimmt nicht am bundesweiten Steuermodell für Cannabis teil – daher fehlen Angaben aus dieser Provinz im Bericht.
Die Daten für 2025 sind zudem noch unvollständig und decken nur den Zeitraum von April bis August ab.
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FAQ – Häufig gestellte Fragen
Was bedeutet Cannabissteuer pro Kopf?
Das ist der durchschnittliche Steuerbetrag, den jede Person in einer Region für legalen Cannabiskonsum bezahlt hat.
Warum fehlen Daten aus Manitoba?
Manitoba beteiligt sich nicht am föderalen Steuersystem für Cannabis, weshalb die Zahlen im Bericht nicht enthalten sind.
Wie viel wurde für Prävention und Aufklärung ausgegeben?
Seit 2018 investierte die Bundesregierung rund 21,6 Millionen Dollar – deutlich weniger als die geplanten 83 Millionen Dollar.
Wie verteilen sich die Steuereinnahmen zwischen Bund und Provinzen?
Der Bund erhielt 1,2 Milliarden CAD, die Provinzen zusammen 4,2 Milliarden CAD.