Eine aktuelle Untersuchung legt nahe, dass Hanfextrakt und Propolis – ein harzartiges Bienenprodukt – gemeinsam stärker wirken können als einzeln, wenn es darum geht, typische Halsbakterien zu bremsen und Entzündungen zu lindern.
Seit Jahrhunderten greifen Menschen bei Halsschmerzen zu natürlichen Mitteln: Honig, Kräuter, pflanzliche Extrakte.
Jetzt zeigt eine thailändische Forschungsgruppe, dass eine gezielt hergestellte Mischung aus Hanf und Propolis im Labor gleich doppelt wirkt:
Sie hemmt das Wachstum problematischer Bakterien und reduziert entzündliche Signale, die Schmerzen und Schwellungen auslösen.
Noch handelt es sich um Grundlagenforschung – doch die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eines Tages ein natürlicher Rachenspray auf Basis dieser beiden Substanzen entwickelt werden könnte.
Warum neue Behandlungsansätze für Halsschmerzen gebraucht werden
Hinter vielen Halsschmerzen stecken Bakterien wie Streptococcus pyogenes oder Staphylococcus aureus.
Sie reizen das Gewebe, lösen Immunreaktionen aus und sorgen dafür, dass jeder Schluck brennt.
Zwar sind Antibiotika und Schmerzmittel wirksam, aber sie haben Nachteile:
- wachsende Antibiotikaresistenzen
- NSAIDs (z. B. Ibuprofen) können Magen und Nieren belasten
- wachsender Wunsch nach natürlichen und schonenden Alternativen
Deshalb gewinnen traditionelle Naturstoffe wieder an wissenschaftlichem Interesse.
Hanf (Cannabis sativa)
In der traditionellen thailändischen Medizin seit Langem genutzt.
Besonders interessant: CBD, ein nicht berauschendes Cannabinoid mit bekannten entzündungshemmenden Eigenschaften.
Propolis
Ein harziges Schutzmaterial, das Bienen aus Pflanzenknospen herstellen.
Es wirkt natürlich antibakteriell und entzündungshemmend – und wird seit Jahrhunderten in der Mund- und Rachenpflege eingesetzt.
Die Studie: Hanf und Propolis gezielt kombinieren
Das Forschungsteam stellte zwei Extrakte her:
- einen Hanfextrakt aus einer thailändischen Sorte, reich an CBD (ca. 57 %), mit sehr wenig THC
- einen kommerziellen thailändischen Propolisextrakt, reich an pflanzlichen Phenolverbindungen
Anschließend bestätigten die Forschenden die chemische Zusammensetzung beider Extrakte mittels Chromatografie.
Sie untersuchten:
- die antibakterielle Wirkung
- die entzündungshemmende Wirkung auf Immunzellen
- die Frage, ob eine Kombination besser wirkt als die Einzelstoffe
- mögliche zellschädigende Effekte
Ergebnis: Besonders wirksam gegen typische Halsbakterien
Beide Extrakte hemmten für sich allein bereits die Bakterienvermehrung.
Der Hanfextrakt – dank CBD – war dabei besonders effektiv gegen grampositive Bakterien wie Streptococcus pyogenesund Staphylococcus aureus.
Am spannendsten wurde es jedoch beim Mischen der Extrakte.
Die Forschenden stellten fest, dass bestimmte Hanf-Propolis-Mischungen einen additiven Effekt erzeugen:
Die beiden Substanzen unterstützen sich gegenseitig und hemmen gemeinsam stärker als jeweils allein – besonders bei:
- Streptococcus pyogenes
- Staphylococcus aureus
Bei schwieriger zu behandelnden gramnegativen Bakterien zeigte die Kombination keinen Zusatznutzen – diese spielen bei Halsschmerzen allerdings kaum eine Rolle.
CBD und THC als die aktivsten antibakteriellen Stoffe
Um herauszufinden, welche Moleküle tatsächlich wirken, nutzte das Team eine bioautografische Methode, bei der Bakterien direkt auf eine chemische Trennplatte aufgebracht werden.
Die stärksten „bakterienfreien Zonen“ entsprachen:
- CBD (Cannabidiol)
- Δ9-THC
Damit gelten diese Cannabinoide als Hauptakteure der antibakteriellen Wirkung des Hanfextrakts.
Bei Propolis stammt die Wirkung dagegen aus einem komplexen Gemisch verschiedener Pflanzenstoffe.
Gegen die Entzündung – ein zweiter wichtiger Effekt
Die Schmerzen bei einer Halsentzündung entstehen nicht nur durch Bakterien, sondern vor allem durch die Immunreaktion des Körpers.
Dabei werden entzündungsfördernde Moleküle ausgeschüttet, darunter:
- NO (Stickstoffmonoxid)
- die Zytokine IL-6, IL-8 und TNF-α
Die Forscher regten Immunzellen künstlich zu einer Entzündungsreaktion an und behandelten sie anschließend mit Hanf, Propolis oder Mischungen daraus.
Die Kombinationen wirkten am stärksten.
- deutliche Senkung des NO-Spiegels
- klare Reduktion der Zytokine IL-6, IL-8 und TNF-α
Die Mischung aus niedriger CBD-Dosis und mittlerer Propolis-Menge erzielte die besten Ergebnisse und wirkte stärker als jeder Einzelstoff.
Kommt bald ein natürlicher Rachenspray? Möglich – aber es ist noch früh
Die Autor*innen der Studie sehen in ihren Ergebnissen Potenzial für einen Hanf-Propolis-Rachenspray.
Doch bislang handelt es sich ausschließlich um Laborversuche.
Vor einer Anwendung am Menschen braucht es:
- Tier- und Humanstudien
- umfassende Sicherheitsdaten (inkl. Leberverträglichkeit)
- genaue Dosierungsempfehlungen
- Einhaltung der thailändischen Cannabisvorschriften
Trotzdem zeigt das Ergebnis:
Eine bewusst formulierte Kombination aus Hanf und Propolis könnte eines Tages eine natürliche Option zur Linderung bakterieller Halsschmerzen werden.
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Für weitere wissenschaftliche Einblicke rund um Cannabis empfehlen wir:
- Wie THC den „Schmerzfilter“ des Gehirns bei Fibromyalgie-Patienten beeinflussen könnte:
https://thecannex.com/de/thc-schmerzfilter-fibromyalgie-studie/ - Eine umfangreiche genetische Analyse zu Zusammenhängen zwischen Cannabisgebrauch, psychischer Gesundheit und chronischen Erkrankungen:
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https://thecannex.com/de/cannabis-shop-alkoholkonsum-oregon-studie/
FAQ — Wichtige Begriffe
Cannabidiol (CBD)
Ein nicht berauschendes Cannabinoid aus der Cannabispflanze. Bekannt für seine beruhigenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. In dieser Studie einer der Hauptwirkstoffe.
Propolis
Ein harzähnliches Bienenprodukt, reich an antioxidativen Pflanzenstoffen. Es wirkt antibakteriell und entzündungshemmend und wird traditionell bei Hals- und Mundbeschwerden genutzt.
MIC / MBC
- MIC (Minimale Hemmkonzentration): geringste Menge eines Stoffs, die Bakterien am Wachstum hindert.
- MBC (Minimale bakterizide Konzentration): Menge, die Bakterien abtötet.
Zytokine (IL-6, IL-8, TNF-α)
Signalstoffe des Immunsystems, die Entzündungen verstärken. Eine Verringerung dieser Moleküle deutet auf eine beruhigte Entzündungsreaktion hin.