{"id":8445,"date":"2026-07-27T14:40:17","date_gmt":"2026-07-27T13:40:17","guid":{"rendered":"https:\/\/thecannex.com\/?p=8445"},"modified":"2026-07-27T14:48:19","modified_gmt":"2026-07-27T13:48:19","slug":"schwermetalle-in-cannabis-who-grenzwert-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/thecannex.com\/de\/schwermetalle-in-cannabis-who-grenzwert-studie\/","title":{"rendered":"Schwermetalle in Cannabis: Kerngesunde Bl\u00fcten rissen den WHO-Grenzwert um das 38-Fache"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Pflanzen sahen tadellos aus. Genau das ist das Detail, bei dem die Branche hellh\u00f6rig werden sollte. Vier Sorten Medizinalcannabis, unter praxisnahen Bedingungen kultiviert, kamen mit normaler Wuchsh\u00f6he, normalen St\u00e4ngeln, normaler Biomasse und normal aussehenden Bl\u00fcten in die Ernte. Nichts an ihnen deutete auf Belastung hin. Dann analysierte das Labor die getrockneten Bl\u00fcten \u2013 und zwei der vier untersuchten Schwermetalle lagen weit \u00fcber der Obergrenze, die die Weltgesundheitsorganisation f\u00fcr Arzneipflanzen vorsieht. Eines davon um das 38-Fache.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Arbeit stammt aus der Gruppe von Nirit Bernstein am israelischen Volcani-Institut, gemeinsam mit Forschenden der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t Jerusalem, des Technion und der Colorado State University. Erschienen ist sie am 27. Juli 2026 im <em>Journal of Cannabis Research<\/em>; die vollst\u00e4ndige Open-Access-Publikation l\u00e4sst sich <a href=\"https:\/\/doi.org\/10.1186\/s42238-026-00460-6\">hier im Original nachlesen<\/a>. Es ist die erste Studie, die nachverfolgt, wie sich Schwermetalle durch eine Medizinalcannabispflanze bewegen \u2013 wohin sie wandern und was sie mit jener Chemie anstellen, wegen der die Pflanze \u00fcberhaupt angebaut wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Wichtigste in K\u00fcrze<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Team versetzte die N\u00e4hrl\u00f6sung von vier Medizinalcannabis-Sorten mit einem niedrig dosierten Cocktail aus Cadmium, Blei, Nickel und Kobalt und verfolgte anschlie\u00dfend, wohin diese Metalle wanderten und was mit den Cannabinoiden geschah. Bei der h\u00f6heren der beiden gepr\u00fcften Dosierungen \u2013 immer noch eine moderate Konzentration, deutlich unter dem, was fr\u00fchere Nutzhanf-Versuche eingesetzt hatten \u2013 \u00fcberschritten Cadmium und Nickel in den getrockneten Bl\u00fcten den WHO-Grenzwert f\u00fcr Arzneipflanzen bei jeder einzelnen Sorte, w\u00e4hrend Blei problemlos darunter blieb. Die Wurzeln hielten den Gro\u00dfteil der Metallfracht zur\u00fcck und wirkten wie ein Filter, doch Nickel umging diese Barriere leichter als die \u00fcbrigen Metalle und erreichte die Bl\u00fcten effizient. Die Cannabinoidproduktion sank bei drei der vier Sorten, wobei das Ausma\u00df sowohl von der Dosis als auch von der Genetik abhing; eine Sorte verlor bereits bei der niedrigeren Dosis an Wirkstoffgehalt. Und ausgerechnet jene Sorte, die am meisten Metall aufnahm, zeigte ein v\u00f6llig unver\u00e4ndertes Cannabinoidprofil \u2013 die Pflanzenchemie liefert also keinerlei Warnsignal.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Eine Dosis, die den Pflanzen kaum auffiel<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Versuchsdesign ist der Grund, warum diese Arbeit z\u00e4hlt. Bernsteins Team hat nichts vergiftet. Vier kommerzielle Medizinalsorten \u2013 PO-10, Dov, LD und QJ \u2013 erhielten \u00fcber die Standardd\u00fcngerl\u00f6sung eine Mischung aus Cadmium, Blei, Nickel und Kobalt in lediglich zwei Konzentrationen: 1 und 5 Mikromol pro Liter je Metall, gegen eine unbehandelte Kontrolle. F\u00fcnf Mikromol sind eine Spur. Fr\u00fchere Arbeiten an Nutzhanf arbeiteten bei Cadmium typischerweise im Milligramm-pro-Liter-Bereich, also um Gr\u00f6\u00dfenordnungen h\u00f6her.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei dieser geringen Belastung zuckten die Pflanzen praktisch mit den Schultern. Wuchsh\u00f6he, Zahl der Internodien am Haupttrieb, St\u00e4ngeldurchmesser sowie die Trockenmasse von Bl\u00e4ttern, St\u00e4ngeln, Wurzeln und Bl\u00fcten unterschieden sich bei allen vier Sorten statistisch nicht von den Kontrollpflanzen. Der einzige strukturelle Verlust betraf die kleinen Bl\u00fctenbl\u00e4tter bei zwei Sorten, die bei der h\u00f6chsten Dosis leichter ausfielen. Es gab bei 5 \u00b5M sichtbare Chlorosen am Laub, und eine Sorte \u2013 QJ \u2013 zeigte verringerte Photosynthese und durchl\u00e4ssigere Zellmembranen, der klassische Fingerabdruck von oxidativem Stress. Wer aber durch die Reihen gegangen w\u00e4re, h\u00e4tte einen normalen Bestand gesehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und genau darin liegt das Problem. Belastung in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung ist unsichtbar. Im Versuch kamen die Metalle aus einer kontrollierten N\u00e4hrl\u00f6sung, in der Praxis sind die Eintragswege banal: Gie\u00dfwasser, Spurenverunreinigungen in D\u00fcngesalzen, Blattspritzungen, metallische Verarbeitungsger\u00e4te und vor allem das Substrat. Dass sich solche Belastungen nicht auf die Pflanze beschr\u00e4nken, sondern beim Menschen ankommen k\u00f6nnen, hat die Forschung an anderer Stelle bereits gezeigt \u2013 etwa in Untersuchungen, die <a href=\"https:\/\/thecannex.com\/de\/cannabis-und-stillen-schadstoffe-studie\/\">Rauch-Schadstoffe im Urin gestillter S\u00e4uglinge<\/a> nachweisen konnten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wo die Metalle landeten: Wurzeln horten, Nickel entkommt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cannabis verf\u00fcgt durchaus \u00fcber eine brauchbare Verteidigung. Die Wurzeln banden mit Abstand die h\u00f6chsten Konzentrationen s\u00e4mtlicher gepr\u00fcfter Metalle und behielten sie dort \u2013 eine Sequestrierungsstrategie, die toxische Elemente von der empfindlichen Maschinerie im Spross fernh\u00e4lt. Das allgemeine Gef\u00e4lle bei der h\u00f6chsten Dosis verlief von den Wurzeln \u00fcber die St\u00e4ngel zu den Bl\u00e4ttern, mit Bl\u00fcten und Bl\u00fctenbl\u00e4ttern am unteren Ende.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Brauchbar, aber nicht dicht. Die Forschenden berechneten f\u00fcr jedes Metall einen Translokationsfaktor \u2013 also wie viel von dem, was die Wurzel aufnahm, tats\u00e4chlich nach oben gelangte \u2013 und die Rangfolge war eindeutig. Nickel wanderte am besten, Blei am schlechtesten, Cadmium und Kobalt lagen dazwischen. Nickel durchbrach zudem als einziges Metall das allgemeine Verteilungsmuster: Es erreichte in den reproduktiven Organen h\u00f6here Konzentrationen als in den St\u00e4ngeln und \u00fcbersprang damit gewisserma\u00dfen eine Station auf dem Weg in jenen Pflanzenteil, der konsumiert wird. Blei hingegen wurde in Wurzelvakuolen und Zellw\u00e4nden festgesetzt und blieb weitgehend, wo es war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine weitere Feinheit kommt hinzu. Bei Cadmium und Kobalt fiel der Translokationsfaktor bei der h\u00f6heren Dosis sogar niedriger aus \u2013 die Filterleistung der Wurzel versch\u00e4rfte sich also unter steigendem Druck. F\u00fcr die Pflanze eine gute Nachricht. F\u00fcr die Konsumentenseite reichte sie nicht aus, wie die Bl\u00fctenwerte zeigten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Bl\u00fcten fielen durch den WHO-Test, und zwar deutlich<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die WHO gibt H\u00f6chstkonzentrationen f\u00fcr toxische Metalle in pflanzlichen Arzneimitteln vor: 10 Mikrogramm pro Gramm f\u00fcr Blei, 1,5 f\u00fcr Nickel und 0,3 f\u00fcr Cadmium. An diesem Ma\u00dfstab ma\u00df das Team seine getrockneten Bl\u00fcten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Blei bestand m\u00fchelos. \u00dcber die vier Sorten hinweg lagen die Bleiwerte in den Bl\u00fcten bei der h\u00f6chsten Dosis zwischen rund 0,3 und 0,78 \u00b5g\/g \u2013 klar innerhalb des Grenzwerts, genau wie es der niedrige Translokationsfaktor erwarten lie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cadmium und Nickel bestanden nicht. Cadmium in den Bl\u00fctenst\u00e4nden reichte von etwa 6,67 bis 11,5 \u00b5g\/g, das entspricht dem 22- bis 38-Fachen der WHO-Obergrenze. Nickel lag zwischen rund 4,39 und 6,71 \u00b5g\/g und damit drei- bis viereinhalbfach dar\u00fcber. Jede Sorte fiel bei beiden Metallen durch. Und man muss sich vergegenw\u00e4rtigen, was diese Werte erzeugt hat: ein Spurencocktail im Gie\u00dfwasser, verabreicht an Pflanzen, die keinen nennenswerten Wachstums- oder Ertragsverlust zeigten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Auch der Wirkstoffgehalt leidet \u2013 abh\u00e4ngig von der Genetik<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der zweite Teil der Studie fragte, was die Metalle mit den Cannabinoiden selbst anstellen. Die Antwort: Sie greifen ein, aber ungleichm\u00e4\u00dfig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Cannabis bildet seine Cannabinoide zun\u00e4chst in saurer Form \u2013 THCA, CBDA, CBCA und CBGA \u2013, die sp\u00e4ter in die vertrauten neutralen Formen THC, CBD, CBC und CBG \u00fcbergehen. Bei der h\u00f6heren Dosis sanken alle vier sauren Cannabinoide bei PO-10 und QJ. Bei LD fiel nur THCA ab. Bei Dov bewegte sich gar nichts. Die Gesamtgehalte zeichneten ein \u00e4hnliches Bild: keine Ver\u00e4nderung bei Dov, breite R\u00fcckg\u00e4nge bei PO-10 und QJ, bei LD Verluste beschr\u00e4nkt auf THC und CBD. QJ war der Ausrei\u00dfer in eine andere Richtung \u2013 alle vier neutralen Cannabinoide waren dort bereits bei der niedrigeren Dosis reduziert, und QJ war zugleich die einzige Sorte mit erh\u00f6hter Membranleckage, was auf einen Zusammenhang zwischen oxidativer Sch\u00e4digung und Wirkstoffverlust hindeutet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Daraus folgen zwei Dinge. Erstens existiert ein Schwelleneffekt irgendwo zwischen den beiden gepr\u00fcften Dosen, was bedeutet, dass sich ein Anbauregime plausibel darunter halten lie\u00dfe. Zweitens reagiert die Cannabinoid-Biosynthese sehr viel empfindlicher auf das Mineralstoffumfeld der Pflanze, als in der Branche gemeinhin angenommen wird \u2013 ein Befund, der sich mit jahrelanger Forschung derselben Arbeitsgruppe zu Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium deckt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Dov-Paradox: saubere Chemie, schmutzige Bl\u00fcte<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun zu dem Befund, der Qualit\u00e4tsverantwortlichen den Schlaf rauben d\u00fcrfte. Dov, eine CBD-reiche Sorte mit einem Cannabinoidprofil, das eher Nutzhanf als typischem Medizinalcannabis \u00e4hnelt, war die <em>einzige<\/em> Sorte, deren Cannabinoidproduktion von den Metallen vollkommen unber\u00fchrt blieb. Sie geh\u00f6rte zugleich durchg\u00e4ngig zu den st\u00e4rksten Akkumulatoren s\u00e4mtlicher gepr\u00fcfter Metalle \u2013 auch in den Bl\u00fcten, wo sie mit 11,5 \u00b5g\/g den schlechtesten Cadmiumwert der vier Sorten lieferte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengelesen ist die Schlussfolgerung unangenehm eindeutig: Die Pflanzenchemie ist keine Warnleuchte. Eine Sorte kann die h\u00f6chste Belastung aufnehmen und dabei ein makelloses Cannabinoidprofil abliefern. Wirkstoffwerte, Terpene, Aussehen, Ertrag \u2013 nichts davon zeigt das Problem an. Nur eine Elementaranalyse tut das. Dasselbe Prinzip gilt f\u00fcr Hanfprodukte jenseits der Bl\u00fcte: Hanfsamen sind aus fr\u00fcheren Untersuchungen als Cadmium-Speicher bekannt, was auch f\u00fcr <a href=\"https:\/\/thecannex.com\/de\/hanfsamenoel-omega-3-fettsaeuren-studie\/\">Hanfsamen\u00f6l und seine Qualit\u00e4tsfragen<\/a> relevant bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bernsteins Team weist auch auf die Kehrseite hin: Die Begabung des Hanfs, Metalle aufzusaugen, ist genau der Grund, warum er zur Sanierung belasteter B\u00f6den erforscht wird. Dov w\u00e4re ein vielversprechender Phytoremediations-Kandidat \u2013 nur produzierte die Sorte die geringste Biomasse der vier. Man m\u00fcsste sie zun\u00e4chst auf W\u00fcchsigkeit z\u00fcchten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was das f\u00fcr den deutschen Markt bedeutet<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Deutschland liegt die Relevanz auf zwei getrennten Ebenen, die seit dem KCanG von April 2024 nebeneinander bestehen. Medizinalcannabis nach dem MedCanG ist ein Apothekenprodukt und unterliegt den Arzneibuch-Anforderungen: Bl\u00fcten m\u00fcssen die einschl\u00e4gigen Pr\u00fcfungen des Europ\u00e4ischen Arzneibuchs f\u00fcr pflanzliche Drogen durchlaufen, zu denen die Kontrolle von Schwermetallen wie Cadmium und Blei geh\u00f6rt. Genau in diesem regulierten Segment liefert die Studie ein handfestes Argument \u2013 n\u00e4mlich, dass eine unauff\u00e4llige Charge dennoch belastet sein kann und die Elementaranalyse deshalb nicht verhandelbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die zweite Ebene ist der private Eigenanbau und die Anbauvereinigungen. Hier existiert schlicht keine vergleichbare Laborroutine. Wer selbst kultiviert, kennt weder die Metallgehalte seines Substrats noch die seines Gie\u00dfwassers, und die Pflanze wird ihm davon nichts erz\u00e4hlen. Diese Asymmetrie zwischen den beiden S\u00e4ulen des deutschen Modells ist einer der untersch\u00e4tzten Punkte der aktuellen Debatte und d\u00fcrfte auch die weitere Entwicklung des Marktes pr\u00e4gen, dessen <a href=\"https:\/\/thecannex.com\/de\/cannabismarkt-2026-prognosen-deutschland\/\">Prognosen und Rolle Deutschlands<\/a> derzeit ohnehin weit auseinandergehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was die Studie nicht sagt<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ehrlichkeit \u00fcber Grenzen geh\u00f6rt dazu. Es handelte sich um einen kontrollierten Topfversuch in Perlit mit f\u00fcnf Pflanzen je Behandlung, vier Sorten, einem Anbauzyklus und einem sauberen Vier-Metall-Cocktail \u00fcber die Bew\u00e4sserung. Realer Boden ist unordentlicher: Metalle binden an organische Substanz und Ton, konkurrieren untereinander um Aufnahmestellen und sind je nach pH-Wert unterschiedlich verf\u00fcgbar. Die Studie sagt nichts dar\u00fcber, wie viel Cadmium in einer konkret gekauften Charge steckt, und war daf\u00fcr auch nicht ausgelegt. Terpene wurden nicht gemessen, und was Extraktion und Verarbeitung \u00fcberstehen, blieb offen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Belegt ist dagegen ein Mechanismus und eine Warnung. Unter Bedingungen, die einen optisch einwandfreien Bestand hervorbringen, kann eine Medizinalcannabispflanze Bl\u00fcten liefern, die das Vielfache des WHO-Grenzwerts f\u00fcr Cadmium tragen \u2013 und ihr Wirkstoffgehalt kann parallel dazu still erodieren, wobei beides davon abh\u00e4ngt, welche Genetik gerade im Zelt steht. Die Autoren nennen ihre Ergebnisse alarmierend und pl\u00e4dieren daf\u00fcr, sie in internationale Leitlinien f\u00fcr den Cannabisanbau einflie\u00dfen zu lassen. Angesichts der vorgelegten Daten ist das keine \u00dcbertreibung.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">H\u00e4ufige Fragen<\/h2>\n\n\n\n<div class=\"schema-faq wp-block-yoast-faq-block\"><div class=\"schema-faq-section\" id=\"faq-question-1785159970957\"><strong class=\"schema-faq-question\">Muss ich mir Sorgen um das Cannabis machen, das ich beziehe?<br><\/strong> <p class=\"schema-faq-answer\">Auf Basis dieser Studie allein nicht, denn hier wurden Pflanzen gezielt Metallen ausgesetzt und keine Marktproben untersucht. Die dahinterliegende Sorge ist aber berechtigt: Cadmium und Blei reichern sich \u00fcber Jahre im K\u00f6rper an, insbesondere in Nieren und Knochen, und Inhalation ist ein effizienter Aufnahmeweg. Die vern\u00fcnftige Reaktion ist keine Panik, sondern ein Blick ins Pr\u00fcfzertifikat \u2013 und die Kontrolle, ob eine Schwermetallanalyse \u00fcberhaupt darin enthalten ist.<br><\/p> <\/div> <div class=\"schema-faq-section\" id=\"faq-question-1785159979600\"><strong class=\"schema-faq-question\">Wie ist die Rechtslage in Deutschland bei der Pr\u00fcfung auf Schwermetalle?<br><\/strong> <p class=\"schema-faq-answer\">Deutschland kennt seit dem KCanG zwei getrennte Welten. Medizinalcannabis f\u00e4llt unter das MedCanG, wird \u00fcber Apotheken abgegeben und muss den Qualit\u00e4tsanforderungen des Arzneibuchs gen\u00fcgen; Pr\u00fcfungen auf Schwermetalle sind dort Bestandteil der pharmazeutischen Qualit\u00e4tskontrolle, und Importchargen werden entsprechend freigegeben. F\u00fcr den privaten Eigenanbau und f\u00fcr Anbauvereinigungen nach dem KCanG gibt es dagegen keine vorgeschriebene Laboranalyse auf Schwermetalle. Da sich Vorgaben und Vollzug weiterentwickeln, lohnt bei konkreten Fragen der Blick auf die aktuellen Angaben des BfArM und der zust\u00e4ndigen Landesbeh\u00f6rden.<br><\/p> <\/div> <div class=\"schema-faq-section\" id=\"faq-question-1785159991934\"><strong class=\"schema-faq-question\">Ist CBD-reiches oder hanfartiges Material sicherer als THC-reiche Bl\u00fcte?<br><\/strong> <p class=\"schema-faq-answer\">Nicht automatisch, m\u00f6glicherweise sogar im Gegenteil. Die CBD-reiche Sorte war in dieser Studie der st\u00e4rkste Metallakkumulator der vier und zeigte dabei null St\u00f6rung ihres Cannabinoidprofils. Der bekannte Appetit von Nutzhanf auf Bodenmetalle ist dieselbe Eigenschaft, die ihn f\u00fcr die Bodensanierung interessant macht. Cannabinoidgehalt und Belastungsrisiko sind voneinander unabh\u00e4ngige Gr\u00f6\u00dfen.<br><\/p> <\/div> <div class=\"schema-faq-section\" id=\"faq-question-1785160006036\"><strong class=\"schema-faq-question\">Lassen sich Schwermetalle durch Waschen, Trocknen oder Extraktion entfernen?<br><\/strong> <p class=\"schema-faq-answer\">Absp\u00fclen entfernt Oberfl\u00e4chenstaub, nicht aber Metalle, die im Pflanzengewebe gebunden sind; Trocknung und Fermentation ver\u00e4ndern elementare Verunreinigungen \u00fcberhaupt nicht. Bei der Extraktion wird es komplizierter: Je nach L\u00f6sungsmittel und Verfahren k\u00f6nnen sich Metalle im Konzentrat anreichern oder zur\u00fcckbleiben, und manche Anlagen tragen selbst Kontamination ein, statt sie zu entfernen. Der zuverl\u00e4ssige Kontrollpunkt liegt weiter vorn in der Kette \u2013 bei gepr\u00fcftem Substrat, analysiertem Gie\u00dfwasser und dokumentierten D\u00fcngerinhaltsstoffen.<br><\/p> <\/div> <\/div>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Haftungsausschluss<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Beitrag dient ausschlie\u00dflich der allgemeinen Information und dem Wissenschaftsjournalismus. Er fasst eine einzelne, unter kontrollierten Versuchsbedingungen durchgef\u00fchrte agrarwissenschaftliche Studie zusammen und stellt weder eine medizinische noch eine rechtliche oder anbaubezogene Beratung dar. Es werden keine Heilversprechen oder gesundheitsbezogenen Aussagen zu Cannabis, Cannabinoiden oder daraus hergestellten Produkten getroffen. Der Text ist keine Aufforderung oder Anleitung zum Anbau, Erwerb oder Konsum. Die rechtlichen Rahmenbedingungen f\u00fcr Anbau, Pr\u00fcfung, Abgabe und Besitz von Cannabis unterscheiden sich erheblich zwischen L\u00e4ndern und Bundesl\u00e4ndern und k\u00f6nnen sich \u00e4ndern. Wenden Sie sich bei gesundheitlichen Fragen an eine \u00c4rztin oder einen Arzt beziehungsweise an Ihre Apotheke, und bei rechtlichen Fragen an die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Pflanzen sahen tadellos aus. Genau das ist das Detail, bei dem die Branche hellh\u00f6rig werden sollte. 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