Home » Cannabiskonsum in Deutschland nach der Teillegalisierung: Was eine neue Studie mit 36.000 Befragten zeigt
Cannabiskonsum Deutschland Teillegalisierung Studie

Cannabiskonsum in Deutschland nach der Teillegalisierung: Was eine neue Studie mit 36.000 Befragten zeigt

Als am 1. April 2024 das Cannabisgesetz in Kraft trat, war die zentrale Sorge der Kritiker schnell formuliert: Wenn Besitz und Eigenanbau erlaubt sind, werden mehr Menschen kiffen. Zweieinhalb Jahre später liegt die bislang dichteste Datenreihe dazu vor. Sie stammt aus 23 Befragungswellen mit fast 36.000 Menschen, verteilt über die zwei Jahre vor und die zwei Jahre nach der Reform. Das Ergebnis lässt sich in einem Satz zusammenfassen: In den Zahlen ist von einem Anstieg bislang nichts zu sehen.

Die Studie eines Teams um Daniel Kotz von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Jakob Manthey vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf ist im September 2026 im International Journal of Drug Policy erschienen (DOI: 10.1016/j.drugpo.2026.105501). Sie ist als Short Report angelegt, also als kompakte Auswertung mit klar begrenzter Fragestellung, und gehört in den Kontext der laufenden Evaluation des Konsumcannabisgesetzes, an der mehrere der Autoren beteiligt sind.

Key Takeaways

Zwischen April 2022 und April 2026 gaben 6,4 Prozent der 35.957 Befragten im Alter von 14 bis 64 Jahren an, in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Der Verlauf dieser Quote blieb vor und nach dem 1. April 2024 weitgehend flach: Weder in der Gesamtbevölkerung noch bei Männern, Frauen, 14- bis 24-Jährigen oder 25- bis 64-Jährigen ließ sich nach der Reform ein statistisch belastbarer Knick im Trend nachweisen. Auch der Anteil derjenigen, die täglich oder fast täglich konsumieren, veränderte sich nicht messbar. Die Autoren betonen zugleich, dass ihr Design keinen Kausalbeweis liefert, dass Effekte der Reform sich erst über mehrere Jahre entfalten können und dass Randgruppen in Haushaltsbefragungen unterrepräsentiert sind. Die Empfehlung lautet daher nicht Entwarnung, sondern weiter beobachten.

Woher die Daten kommen

Grundlage ist die DEBRA-Studie, die Deutsche Befragung zum Rauchverhalten. Sie läuft seit 2016 und erfasst in regelmäßigen Wellen den Konsum von Tabak, Nikotinprodukten und seit April 2022 auch von Cannabis. Für jede Welle werden rund 1.500 Menschen zu Hause in persönlichen, computergestützten Interviews befragt. Etwa 40 Prozent der Teilnehmenden werden per Zufallsstichprobe ausgewählt, der Rest über Quoten, damit die Stichprobe nach Alter, Geschlecht, Haushaltsgröße, Bildung und Region der Bevölkerung entspricht. Für die Auswertung wurden die Daten zusätzlich gewichtet.

Die Forschenden nutzten die Wellen 36 bis 58, also die Zeit von April/Mai 2022 bis März/April 2026. Zwölf Wellen liegen vor dem Inkrafttreten des Cannabisgesetzes, elf danach. Weil ab Januar 2025 nur noch Menschen bis 64 Jahre befragt wurden, beschränkt sich die gesamte Analyse auf die Altersgruppe 14 bis 64.

Die Kernfrage im Interview war schlicht: Haben Sie jemals Cannabis konsumiert? Wer angab, in den letzten zwölf Monaten täglich oder fast täglich, mindestens wöchentlich, mindestens monatlich oder seltener konsumiert zu haben, zählte als Konsument der letzten zwölf Monate. Die Untergruppe der täglich oder fast täglich Konsumierenden bildete das Maß für intensiven Konsum.

Ein Detail ist für die Bewertung wichtig: Der Analyseplan wurde vor der Auswertung auf der Plattform Open Science Framework veröffentlicht (osf.io/w92v5). Das ist eine Selbstverpflichtung, die verhindert, dass man die Methode nachträglich so lange anpasst, bis das gewünschte Ergebnis herauskommt. Der Statistikcode ist dort ebenfalls einsehbar, die Rohdaten selbst sind nicht öffentlich.

Wie man einen Knick im Trend sucht

Die Methode lässt sich mit einer Straße vergleichen, die an einer Kreuzung möglicherweise die Richtung wechselt. Die Forschenden zeichneten die Konsumquote über die Zeit nach und prüften, ob die Linie ab der ersten vollständigen Befragungswelle nach dem 1. April 2024 anders verläuft als davor. Das statistische Werkzeug dafür heißt stückweise logistische Regression: Vor dem Stichtag darf die Linie eine Steigung haben, danach eine andere, und die Frage ist, ob sich die beiden Steigungen unterscheiden.

Bewusst nicht getestet wurde ein plötzlicher Sprung am Stichtag selbst. Die Autoren begründen das damit, dass eine Gesetzesänderung das Verhalten einer ganzen Bevölkerung kaum über Nacht verschiebt und dass ein solcher Test zufälliges Rauschen leicht als echten Effekt fehlinterpretieren würde. Als Kontrolle verschoben sie den angenommenen Stichtag in Sensitivitätsanalysen um zwei Wellen nach vorn und nach hinten. Wenn man an einem falschen Datum genauso gut oder besser einen Knick findet als am echten, spricht das gegen einen realen Effekt.

Die gleiche Analyse wurde für die Gesamtbevölkerung, getrennt für Männer und Frauen, für 14- bis 24-Jährige und 25- bis 64-Jährige sowie für den intensiven Konsum innerhalb der Gruppe der Konsumierenden durchgeführt. Letztere Untergruppe war mit 2.302 Personen zu klein, um sie noch einmal nach Alter und Geschlecht aufzuteilen.

Die Ergebnisse im Einzelnen

Von den 35.957 Befragten berichteten 2.302 Personen, also 6,4 Prozent, Cannabiskonsum in den vergangenen zwölf Monaten. Das entspricht etwa 100 Konsumierenden pro Welle. Von diesen 2.302 waren 1.644 Männer und 658 Frauen, 750 gehörten zur Altersgruppe 14 bis 24 und 1.549 zur Gruppe 25 bis 64. Innerhalb der Konsumierenden gaben 270 Personen, das sind 11,7 Prozent, täglichen oder fast täglichen Konsum an.

Die entscheidenden Zahlen sind die Koeffizienten für die Trendänderung nach der Reform. Sie lagen in keiner der sechs Analysegruppen im statistisch signifikanten Bereich; alle p-Werte waren größer oder gleich 0,15. In der Gesamtbevölkerung betrug die geschätzte Änderung der Steigung 0,001 mit einem p-Wert von 0,978, also praktisch null. Bei Männern lag der Wert bei 0,020 (p = 0,633), bei Frauen bei minus 0,039 (p = 0,462). Für die 14- bis 24-Jährigen ergab sich 0,086 (p = 0,234), für die 25- bis 64-Jährigen minus 0,034 (p = 0,301). Beim intensiven Konsum innerhalb der Konsumierenden lag die Änderung bei 0,125 (p = 0,154).

Auch vor der Reform gab es fast nirgends einen signifikanten Trend. Die einzige Ausnahme: In der Untergruppe der Konsumierenden ging der Anteil der täglich oder fast täglich Konsumierenden vor April 2024 leicht zurück (Koeffizient minus 0,091, p = 0,04). Die Sensitivitätsanalysen mit verschobenen Stichtagen bestätigten das Gesamtbild. Eine nachträglich ergänzte Rechnung, die doch einen Sprung am Stichtag zuließ, änderte an den Schlussfolgerungen nichts, abgesehen von einer Verschiebung des p-Werts für den Vorreform-Trend bei den 25- bis 64-Jährigen von 0,071 auf 0,028.

In den Rohkurven sind durchaus Bewegungen zu sehen: Bei Männern stieg die Quote im dritten Quartal 2023 an, fiel dann wieder und nahm ab Mitte 2024 erneut zu. Bei den 14- bis 24-Jährigen war dieses Auf und Ab noch ausgeprägter. Beim intensiven Konsum schwankten die Werte stärker und zeigten insgesamt einen leichten Rückgang. Diese Ausschläge liegen aber innerhalb dessen, was bei rund 100 Konsumierenden pro Welle als Zufallsschwankung zu erwarten ist, und sie lassen sich nicht sauber dem Reformdatum zuordnen.

Wie stark ist diese Evidenz?

Die Autoren sind bei den Grenzen ihrer Arbeit ungewöhnlich deutlich. Der wichtigste Punkt: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe. Es gibt kein zweites Deutschland ohne Cannabisgesetz, mit dem man vergleichen könnte. Eine flache Linie beweist deshalb nicht, dass das Gesetz keinen Einfluss hatte; sie zeigt nur, dass sich kein Einfluss von den anderen Kräften abhebt, die den Konsum ohnehin bewegen.

Zweitens lassen sich die Wirkungen des Konsumcannabisgesetzes und des gleichzeitig eingeführten Medizinal-Cannabisgesetzes nicht trennen. Letzteres hat den Zugang zu Cannabisblüten auf Rezept per Telemedizin drastisch erleichtert und Deutschland zum größten kommerziellen Cannabismarkt Europas gemacht; die Studie nennt für 2025 rund 200 Tonnen verfügbares Medizinalcannabis. Was davon in der Befragung als Konsum auftaucht, lässt sich nicht auseinanderhalten.

Drittens erreichen Haushaltsbefragungen marginalisierte Gruppen kaum. Gerade Menschen, die am ehesten Probleme mit Cannabis entwickeln, fehlen deshalb vermutlich in der Stichprobe. Viertens wird die absolute Konsumquote in persönlichen Interviews zu Hause wahrscheinlich unterschätzt, weil nicht jeder einem fremden Interviewer gegenüber ehrlich ist. Fünftens könnte die Legalisierung die Bereitschaft erhöht haben, Konsum überhaupt zuzugeben. Das hätte allerdings einen scheinbaren Anstieg erzeugt, nicht verdeckt, und passt damit nicht zum beobachteten Muster.

Ein sechster Punkt betrifft die Zwölf-Monats-Frage selbst: Wer im ersten Jahr nach der Reform befragt wurde, berichtete teilweise über Konsum, der noch vor dem 1. April 2024 lag. Die Autoren halten diese Verzerrung für begrenzt, weil rund 80 Prozent der Konsumierenden in ihrer Stichprobe auch in den letzten 30 Tagen konsumiert hatten und weil die zweite Jahreshälfte der Nachbeobachtung vollständig in der Zeit nach der Reform liegt.

Auf der Habenseite steht die Dichte der Daten. Mit 23 Messpunkten und fast 36.000 Befragten ist die Zeitreihe deutlich feiner aufgelöst als die üblichen Surveys im Drei-Jahres-Rhythmus. Die Autoren rechnen vor, dass schon zehn Wellen mit je 1.500 Befragten eine Veränderung von 5 auf 7 Prozent mit über 90 Prozent Wahrscheinlichkeit aufdecken würden. Ein Anstieg dieser Größenordnung wäre also aufgefallen.

Was andere deutsche Daten sagen

Das Bild passt zu dem, was aus anderen Quellen bekannt ist. Der Epidemiologische Suchtsurvey, der alle drei Jahre erhoben wird, dokumentierte laut einer Analyse von Olderbak und Kollegen (DOI: 10.1111/add.16356) einen stetigen Anstieg der Zwölf-Monats-Prävalenz bei 18- bis 59-Jährigen von 5,1 Prozent im Jahr 2012 auf 10,0 Prozent im Jahr 2021, und das bei voller Strafbarkeit. Für 18- bis 64-Jährige berichtete das Team um Eva Hoch im Deutschen Ärzteblatt (DOI: 10.3238/arztebl.m2025.0161) 8,8 Prozent für 2021 und 9,8 Prozent für 2024, ein Unterschied, der statistisch nicht signifikant war. Der Zuwachs ging allein auf Männer zurück (10,7 auf 12,3 Prozent), bei Frauen blieb die Quote nahezu gleich (6,8 auf 7,1 Prozent).

Bei jungen Erwachsenen sieht es ähnlich aus. Die Studie von Orth und Kollegen im Journal of Health Monitoring (DOI: 10.25646/14216) verzeichnet bei 18- bis 25-jährigen Männern einen Anstieg von 26,9 Prozent im Jahr 2023 auf 31,6 Prozent im Jahr 2025, bei Frauen einen leichten Rückgang von 19,4 auf 18,8 Prozent, jeweils als Fortsetzung eines seit 2008 laufenden Trends. Auch der Anteil intensiver Konsumierender ist über Jahrzehnte erstaunlich stabil: Er liegt seit 1995 bei rund 10 Prozent aller Konsumierenden, mit einem Ausreißer von 15,7 Prozent im Jahr 2021; zwischen 2021 (17,3 Prozent) und 2024 (16,2 Prozent) fand sich kein signifikanter Unterschied.

Zwei weitere Quellen zeigen in dieselbe Richtung: Eine Differenz-in-Differenzen-Analyse mit Österreich als Kontrolle (DOI: 10.1016/j.lanepe.2026.101593) fand keinen kurzfristigen Anstieg bei Fahrten unter Cannabiseinfluss, und Abwasseranalysen aus 15 deutschen Städten, dokumentiert im zweiten Zwischenbericht der EKOCAN-Evaluation (DOI: 10.25592/uhhfdm.18530), zeigen ebenfalls keinen Sprung nach der Reform. Wie sich die Zahlen in den globalen Trend einordnen, haben wir anhand des aktuellen UNODC-Berichts zum weltweiten Cannabiskonsum aufgeschlüsselt.

Warum zwei Jahre nicht das letzte Wort sind

Das deutsche Modell unterscheidet sich grundlegend von Kanada oder den US-Bundesstaaten mit kommerziellem Verkauf. In diesen Ländern stieg die Konsumprävalenz nach der Legalisierung moderat an, wie eine systematische Übersicht und eine Übersicht von Übersichten (DOI: 10.1016/S2468-2667(24)00299-8) zeigen. Eine Auswertung von US-Studierendendaten (DOI: 10.1111/add.14939) legt zudem nahe, dass sich Effekte über Jahre aufbauen und fünf Jahre nach einer Reform am stärksten ausfallen. In Deutschland gibt es keine Läden, keine Werbung und keinen Preiswettbewerb. Der legale Zugang läuft über den eigenen Balkon oder über Anbauvereinigungen, die erst seit Juli 2024 Genehmigungen beantragen können und deren Aufbau schleppend verläuft.

Genau das ist der Grund, warum die Autoren ihre Ergebnisse vorsichtig formulieren: Die Wege zum legalen Cannabis hätten sich noch nicht voll entfaltet. Der seit 2012 beobachtete Anstieg könne sich, so ihre Einschätzung, mit abgeflachter Steigung fortsetzen. Für die politische Debatte heißt das: Wer das Gesetz mit dem Argument steigender Konsumzahlen zurückdrehen will, findet in dieser Datenreihe bislang keine Grundlage. Wer es mit dem Argument verteidigen will, es habe bewiesenermaßen keine Auswirkungen, überdehnt die Daten ebenfalls. Auf der Marktseite verschiebt sich derweil das Gewicht spürbar in Richtung Medizinalcannabis, wie unsere Auswertung der BfArM-Importzahlen für das erste Quartal 2026 zeigt.

Was das für die Evaluation bedeutet

Das Konsumcannabisgesetz sieht eine wissenschaftliche Begleitevaluation über vier Jahre vor. Die DEBRA-Zeitreihe ist eine ihrer Säulen und wird weitergeführt; die nächsten Wellen werden zeigen, ob die flache Linie hält. Interessant ist, was die Studie an Forschungsinfrastruktur sichtbar macht: eine laufende Bevölkerungsbefragung mit monatlicher Taktung, ein vorregistrierter Analyseplan und offener Code. Warum solche Datengrundlagen für die Cannabisforschung wichtiger sind als Fragen der rechtlichen Einstufung, haben wir am Beispiel der US-Neueinstufung von Cannabis und ihrer Folgen für die Forschungsfinanzierung beschrieben. Und was dem deutschen Modell im Vergleich zu kommerziellen Märkten fehlt, nämlich jede fiskalische Komponente, zeigt die Yale-Analyse zur Cannabissteuer.

Die ehrliche Zusammenfassung lautet: Zwei Jahre nach der Teillegalisierung konsumieren in Deutschland nicht messbar mehr Menschen Cannabis als davor, und auch der Anteil derer, die täglich konsumieren, hat sich nicht verändert. Ob das so bleibt, wenn Anbauvereinigungen flächendeckend arbeiten und der medizinische Markt weiter wächst, ist eine offene Frage, und die Studie selbst formuliert sie als solche.

FAQ

Ist der Cannabiskonsum in Deutschland seit der Legalisierung gestiegen?

Nach den Daten der DEBRA-Studie mit 35.957 Befragten zwischen April 2022 und April 2026 nicht messbar. Die Zwölf-Monats-Prävalenz lag im Gesamtzeitraum bei 6,4 Prozent, und der Trend zeigte nach dem 1. April 2024 in keiner Alters- oder Geschlechtsgruppe einen statistisch signifikanten Knick. Andere deutsche Surveys kommen zu einem ähnlichen Ergebnis, dokumentieren aber einen langfristigen Anstieg, der schon lange vor der Reform begann.

Konsumieren junge Menschen nach der Reform mehr?

In der Altersgruppe 14 bis 24 fand die Studie keine signifikante Trendänderung, auch wenn die Rohkurve deutlich stärker schwankt als bei Älteren, was an der kleineren Stichprobe von 6.103 Personen liegt. Eine separate Erhebung bei 18- bis 25-Jährigen verzeichnet zwischen 2023 und 2025 einen Anstieg bei Männern und einen leichten Rückgang bei Frauen, beides als Fortsetzung eines Trends seit 2008.

Was ist in Deutschland seit dem Konsumcannabisgesetz erlaubt?

Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene ab 18 Jahren in der Öffentlichkeit bis zu 25 Gramm getrocknetes Cannabis mit sich führen, zu Hause bis zu 50 Gramm aufbewahren und bis zu drei Pflanzen für den Eigenbedarf anbauen. Seit dem 1. Juli 2024 können nicht-gewerbliche Anbauvereinigungen eine Erlaubnis beantragen und Cannabis an ihre Mitglieder abgeben. Der kommerzielle Verkauf bleibt verboten, ebenso Weitergabe an Minderjährige, Konsum in Sichtweite von Schulen und Kinderspielplätzen sowie Werbung. Medizinisches Cannabis ist seit 2017 verschreibungsfähig und wird seit 2024 im Medizinal-Cannabisgesetz geregelt.

Beweist die Studie, dass das Gesetz keine Wirkung hat?

Nein, und die Autoren sagen das ausdrücklich. Ohne Kontrollgruppe lässt sich keine Ursache-Wirkung-Beziehung belegen, die Effekte von Konsum- und Medizinal-Cannabisgesetz sind nicht trennbar, und aus kommerziell regulierten Märkten ist bekannt, dass sich Konsumeffekte über mehrere Jahre aufbauen können. Die Studie zeigt, dass es in den ersten zwei Jahren keinen nachweisbaren Anstieg gab, mehr nicht.

Rechtlicher Hinweis

Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information über wissenschaftliche Forschung und die Rechtslage in Deutschland. Er stellt keine Rechtsberatung, keine medizinische Beratung und keine Empfehlung zum Erwerb, Anbau oder Konsum von Cannabis dar. Der Umgang mit Cannabis ist in Deutschland durch das Konsumcannabisgesetz (KCanG) und das Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG) geregelt; Verstöße gegen die dort festgelegten Mengen-, Alters- und Abstandsregeln können als Ordnungswidrigkeit oder Straftat verfolgt werden. Für Werbung im Zusammenhang mit Cannabis gelten die Beschränkungen des Konsumcannabisgesetzes sowie für Arzneimittel die Vorgaben des Heilmittelwerbegesetzes (HWG). Bei Fragen zur eigenen rechtlichen oder gesundheitlichen Situation wenden Sie sich an qualifizierte Fachleute.

You may also like